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OKSTRA, IFC und BIM – Wo geht die Reise hin?

Das diesjährige OKSTRA-Symposium am 11. und 12. Mai 2022 war keine reine OKSTRA-Veranstaltung. Viel mehr hat die FGSV eine Brücke zur BIM-Methode und dem stärker werdenden IFC-Format geschlagen. In anderthalb Tagen kamen in Hamburg, der digitalsten Stadt Deutschlands, 80 Spezialisten zusammen, die sich dem standardisierten Management von Verkehrsinfrastrukturdaten verschrieben haben. Dabei war die Sicht auf die immer komplexere Welt der Daten mindestens so heterogen wie die Daten selbst.

OKSTRA-Symposium in Hamburg – Digitalisierung nimmt Fahrt auf

Vernetzte Daten sind die Grundlage für digitalen Mehrwert

OKSTRA geht seinen Weg weiter. Seit 1999 vereinheitlicht der Standard die IT-technische Beschreibung von Objekten im Bereich des Straßen- und Verkehrswesens.  Auf OKSTRA basieren die Geoinformationssysteme TT-SIB und NW-SIB, SIB-Bauwerke, BISStra und auch Anwendungen wie ArcGIS nutzen den umfangreichen OKSTRA-Objektkatalog. Jahr für Jahr kommen neue Objektbeschreibungen hinzu.

BIM hingegen – und das damit gehandelte IFC-Format – hat sich erst vor wenigen Jahren auf die Reise gemacht. Immerhin gibt es bereits 258 BIM-Projekte in Deutschland (Straßen und Brücken, Quelle: BMDV) – Tendenz stark steigend.
Interessanterweise verbinden verschiedenen Nutzergruppen auch sehr unterschiedliche Eigenschaften mit BIM. Für die einen ist es eine umfassende Methode für ganzheitliche Planung und Umsetzung von Bauprojekten, für andere ein zukunftsorientiertes Instrument im Erhaltungsmanagement (Betriebsphase), und für wieder andere „nur“ 3D-Visualisierung.
Auch der BIM-Objektkatalog wächst schnell. Er enthält mittlerweile 282 Objektklassen. Sehr löblich, dass die Industrie oder zumindest führende Verbände in die Ausgestaltung eingebunden werden sollen.

 

Nur knapp 80 Teilnehmer waren erlaubt …
Podiumsdiskussion: I. Stein-Barkel (planen-bauen 4.0), H. Kellermann (BASt), U. Hüttner (IB&T), G. Boettcher (BMDV), J. Litsch (STRABAG), S-M. Nielsen (FGSV)

Der Kampf um die besten Daten – wie sieht die Zukunft aus?

Schön wäre es, nur EIN Referenzmodell zu haben. Doch das ist auf mittlere Sicht nicht zu erwarten. Die Standards haben unterschiedliche Stärken und ergänzen sich bisher gut. Während OKSTRA stark ist bei der Straßenmodellierung, hat IFC Stärken bei der Verknüpfung von Teilmodellen zu Gesamtmodellen. Die Zukunft wird sicher den 3D-Modellen gehören, auch bei der Straße. Daher hat künftig IFC vielleicht die Nase leicht vorn.

Entscheidend ist, eine Referenzebene zu haben, auf der die verschiedenen Datenobjekte miteinander vernetzbar sind (zum Beispiel eine eindeutig definierte Fläche der Straße).

Das „Business“ mit den Daten…

Auch „Open Data“-Ansätze müssen zu nachhaltigen und profitablen Geschäftsmodellen für die IT-Wirtschaft führen. Dieser Aspekt wurde schon bei GAIA-X nicht hinreichend in den Fokus gerückt… das Ergebnis ist bekannt. Der öffentliche Sektor muss aus meiner Sicht erkennen, dass schließlich die Industrie alle Steuermittel erwirtschaftet, aus denen eine funktionierende, verfügbare Infrastruktur und auch die Forschung von morgen bezahlt werden. „Vergabe von Pilotprojekten (nicht Forschungsprojekten) für die digitale Vernetzung der Bestandsdaten!“ – das ist das Motto der Stunde.

Schneller Nutzen durch Standardsoftware

Insellösungen und Formatvielfalt schränken die Skalierbarkeit ein und verteuern die Pflege. Eine Zusammenführung der Daten über Data Hub‘s unter Nutzung von Standardsoftware sind daher notwendig, um auch SCHNELL zu Lösungen zu kommen. Die Autobahn GmbH macht hier Druck. GIS-basierte Daten (das ist ein großer Teil) werden in ESRI-Standardanwendungen integriert und visualisiert. Für den ganzheitlichen Ansatz sollten nun Business Objekte für die kaufmännischen Prozesse abgeleitet werden. Bei gemeinsamer Datenhaltung wird so aus der Digitalisierungsstrategie schnell eine werthaltige Gesamtlösung. Der LSBG in Hamburg geht gerade mit einer ähnlichen Lösung produktiv!

So kann es gehen – Roll-out auf Bundesländer und Kommunen empfohlen!

Autor
Jens Kühne

Jens Kühne Kühne Mobilität digitale Lösungen für Verkehrskonzepte
„Das Ganze denken und es dann in beherrsch­baren Schritten ziel­führend und nachhaltig umsetzen.“

Kontakt

Jens Kühne
Kühne Digital

T.  +49 172 6424695
M. jens@kuehne-digital.de

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