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Innovationen in der Infrastruktur gestalten – sicher, nachhaltig, digital

… so lautete das Motto der diesjährigen Verbandsveranstaltung von Promobilität Ende Mai in Berlin. Fachexperten aus Industrie, Forschung und Politik diskutierten einen Abend lang über die Zukunft der Mobilität.

Als Hauptredner konnte Promobilität Verkehrsminister Dr. Volker Wissing und den Präsidenten der BASt, Prof. Markus Oeser gewinnen. Ich durfte als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Bauwerksmonitoring an der Podiumsdiskussion teilnehmen.

Der gerade wiedergewählte Präsident des Verbandes Eduard Oswald (Herzlichen Glückwunsch!) wies auf die verkehrsträgerübergreifende Bedeutung von Mobilität für die Attraktivität und wirtschaftliche Dynamik unseres Landes hin und sicherte Dr. Wissing die volle Unterstützung bei der Bewältigung seiner zahlreichen Aufgaben zu.

Bundesverkehr­sminister Dr. Volker Wissing bei Promobilität – ein Statement für die Umsetzung digitaler Innovationen

Der Verkehrsminister hob die bedeutende Rolle intakter Straßen für die Gesellschaft hervor, beispielsweise für die Anbindung ländlicher Regionen, für Berufspendler oder den Transport von Gütern und Waren.

Christian Funke (GF) und Eduard Oswald (Präs.) im Gespräch mit Dr. Volker Wissing (BM)

In seiner Rede adressierte er ein breites Spektrum von Herausforderungen:

Brücken
Nach eingehender Analyse des Bestandes (Traglastindex) hat Wissing ein Zukunftspaket aufgelegt. Es umfasst einen Hochlauf der Modernisierungs- und Baumaßnahmen von 200 auf 400 Brücken mit einem Investitionsvolumen von jährlich 5,7 Mrd. €.
Des Weiteren unterstützt er die schnelle Umsetzung der digitalen Bauwerksdiagnostik als Teil der Optimierung der Verfahrensabläufe zum Bauwerksmanagement.

Planungs- und Genehmigungsprozesse
Ein vollständig digitalisierter Workflow spart viel Zeit und Geld!

Bauen
Mit BIM hat die Digitalisierung hier schon Einzug gehalten. Nun geht es auch darum, die Nachhaltigkeit zu verbessern (z.B. durch Wiederverwertung/Rückgewinnung von Baustoffen oder neue Technologien und Materialien).

Betrieb
Messdaten spielen hier künftig eine entscheidende Rolle. Nach Fertigstellung sollen intelligente Zustandserkennungs- und Verkehrsüberwachungssysteme helfen, Schäden an Straßen und Brücken frühzeitig zu erkennen oder zu vermeiden. Das höre ich als Vorsitzender der Gesellschaft für Bauwerksmonitoring natürlich gern!

Daten
… sind DER Gestaltungsfaktor im Mobilitätssektor. Das Kraftfahrtbundesamt stellt seine Daten daher Forschung und Wirtschaft frei zur Verfügung, Datenplattformen wie die mobilithek und der mobility dataspace erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Autonomes Fahren
Deutschland ist das erste Land, in dem es möglich ist, mit autonomen und vernetzten Fahrzeugen am normalen Verkehr teilzunehmen. Projekte im ÖPNV und Warenverkehr (letzte Meile) sind bereits umgesetzt… also nicht wundern, wenn euch da mal ein scheinbar führerloses Fahrzeug entgegenkommt! Der Fahrzeugführer sitzt unter der Haube und sorgt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Auch für autonomes Carsharing (wichtig im ländlichen Raum) gibt es bereits ein Projekt in Hamburg.

Alternative Antriebe
Die Botschaft: Wir brauchen sie alle! Strom, Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe – jede Antriebsart hat ihre verkehrliche Rechtfertigung. Wichtig sind konsequent nachhaltiges Denken und Nutzenorientierung!
Für den Aufbau von Elektro-Schnelladeinfrastruktur an 1.000 Standorten stehen 1,9 Mrd. € zur Verfügung.

Deutschland will innovativer „Frontrunner“ in Europa sein, denn Innovationen sorgen für Fortschritt und Wohlstand!

Die Bundesanstalt für Straßenwesen forscht zu allen Themen rund um Infrastruktur und Verkehr.

Prof. Oeser will einen durchgehend digitalen Prozess von der Planung bis zur Erhaltungsphase etablieren. Doch was ist mit dem Bestand? Auch der muss digitalisiert werden. Dazu brauchen wir geometrische, elementhafte Modelle und digitale Daten, die es schnell erlauben, vom reaktiven hin zu einem prädiktiven (später kognitiven) Erhaltungsmanagement zu kommen.

Als Beispiel für den Weg dorthin nannte Oeser die sensorgestützte Zustandserfassung, um anschließend – gestützt auf Algorithmen – Informationen für die Steuerung von Erhaltungsmaßnahmen und Verkehr zu gewinnen. In Forschungsprojekten und Reallaboren wurde das getestet, nun muss es in die Praxis! Auch die Bauwerksprüfung soll zunehmend digitalisiert werden (Schadensverortung basierend auf AR/VR-Technologien). Die notwendigen Digitalen Zwillinge können durch 3D-Scans (Befliegung) erzeugt werden. Ziel ist die Digitale Bauwerksakte!

Nun müssen diese Technologien flächendeckend in der Praxis eingesetzt werden. Es liegt an den Infrastrukturbetreibern, den Erkenntnisgewinn zu einem Sicherheits- und Effizienzgewinn für sich und zu einem Mobilitätsgewinn für die Nutzer zu machen. Oeser fordert dafür Mut und Engagement ein, Fehler dürften gemacht werden, sie sind vielen heute alltäglichen Prozessen und Produkten vorausgegangen.

Prof. Oeser (Präsident der BASt)
Podiumsdiskussion: C. Funke (Promobilität), J. Kühne (Deutsche Ges. f. Bauwerksmonitoring, T. Puls (Institut der Deutschen Wirtschaft), U. Lange (Stellv. Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Prof. M. Oeser (BASt)

Bauwerksmonitoring – Technik, die begeistert und Ressourcen freisetzt

In der abschließenden Gesprächsrunde ging es vor allem um das WIE. Die Finanzierung ist gesichert, so Ulrich Lange (MdB), wichtiger ist die Frage, wo wir das fehlende Fachpersonal herbekommen.

Sensorbasiertes Monitoring kann Kapazitäten für andere Aufgaben freisetzen (zum Beispiel Prüfressourcen). Zeitaufwendige, wiederkehrende Aufgaben können und müssen automatisiert werden, es gibt sehr viele Anwendungen rund um den Lebenszyklus der Bauwerke. Am Ende löst es aber nicht die Nachwuchsprobleme in der Baubranche (ich). Hier fordert Lange für junge Menschen Langfristperspektiven. Der Beruf müsse attraktiver vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung werden.

Oeser ergänzt schmunzelnd, dass die Jungingenieure von heute bis ans Ende ihres Berufslebens sichere Arbeitsplätze haben werden, und der Beruf ist spannend und abwechslungsreich. Es bietet sich ein interessantes Wirkungsfeld von Beton bis Sensorik, von Umwelt bis IT. Große Motivation schafft auch der Gedanke, etwas Bleibendes und Nachhaltiges für die Gesellschaft geleistet zu haben.

Innovative Lösungen für alle Lebenszyklusphasen gibt es am Markt, für die Beschaffung und Umsetzung sollte das deutsche Vergaberecht fit gemacht werden (ich).

Eine bessere Kommunikation der Bedeutung der Infrastruktur und eine positive Debattenkultur in der Öffentlichkeit führt zu höherer Akzeptanz von Infrastrukturprojekten bei den Nutzern und kann sowohl die Verfahren als auch deren Umsetzung beschleunigen.

Funke drängt, nun schnell die Lösung der Probleme anzugehen und dafür auch finanzielle Verlässlichkeit zu schaffen. Wir müssen uns und den neuen Technologien was zutrauen, damit wir zu innovativen Lösungen kommen!

Abschließend gab es viele weitere spannende Gespräche bei gutem Essen und Getränken!

Fazit: Promobilität und die geladenen Redner fordern den notwendigen Innovationsschub seit Langem ein! Der Nutzen aus den zahlreichen Forschungsergebnissen entsteht jedoch erst, wenn innovative Projekte mutig und engagiert umgesetzt sind!

Wenn Sie wissen wollen, wie wir das gemeinsam schaffen können, lesen Sie hier!

 

DANKE für die Einladung!

Autor
Jens Kühne

Jens Kühne Kühne Mobilität digitale Lösungen für Verkehrskonzepte
„Das Ganze denken und es dann in beherrsch­baren Schritten ziel­führend und nachhaltig umsetzen.“

Kontakt

Jens Kühne
Kühne Digital

T.  +49 172 6424695
M. jens@kuehne-digital.de

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